Am Anfang der SPD Neuhausen/F. steht eine Steuererhöhung: Der deutsche Reichstag
erhöhte 1909 die Steuern auf Genussmittel wie Bier, Tabak und Tee.
Am 11. September 1909 veranstaltete der Neuhausener Pfarrer und Abgeordneter der
Zentrumspartei (der Vorläufer der heutigen CDU) eine Versammlung im Gasthaus Ochsen in
Neuhausen/F. Er empfahl den anwesenden Arbeitern den Verzicht dieser Genussmittel, dann
bräuchten sie auch die Steuern nicht zu zahlen.
Als sich der aus Esslingen angereiste, sozialdemokratische Reichtagsabgeordnete Kenngott
zu Wort meldete, entzog ihm Pfarrer Leser das Wort! Daraufhin verliess Kenngott
mit einem Großteil der Anwesenden die Veranstaltung. Sie begaben sich in den benachbarten
Saalbau.
Hier konnte Kenngott dann den Standpunkt der SPD zu den Steuererhöhungen schildern. Im
Laufe dieser spontanen Versammlung wurde dann der Sozialdemokratische Verein Neuhausen
a. F. gegründet, dem sofort 32 Anwesende beitraten! Bereits ein Jahr später umfasste
der Ortsverein Neuhausen dann 50 Mitglieder allesamt Männer. Was die 1. Generation
Sozialdemokraten alles auf die Beine stellte, lesen sie hier
Nach den Irrungen und Wirrungen des Ersten Weltkrieges (1914-1918) wurde
auch in Neuhausen ein Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat gegründet. Wieder war es der
Abgeordnete Kenngott, der hierbei ein Wörtchen mitredete. Am 15.
Dezember 1918 hat er diesmal im Ochsen über die Aufgaben und
Einrichtung dieser Räte referiert. Über 500 (!) Personen sollen anwesend gewesen sein!
Im Laufe des Abend wurde denn auch prompt der Arbeiterrat Neuhausen gebildet. Was der
Arbeiter- und Soldatenrat in Neuhausen für die Bevölkerung tat, können Sie hier lesen.
Am 23. März 1933 verabschiedete der Reichstag in Berlin
die Ermächtigungsgesetze - nur die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten hatten den
Mut, mit Nein zu stimmen. Nun konnte Adolf Hitler schalten und walten, wie er
wollte. Andersdenkende wurden in sogenannte Sicherungsverwahrung genommen;
wenn sie nicht kurzerhand im Konzentrationslager landeten. Auch acht Neuhausener
Mitbürger durchlitten dieses Martyrium. Dass es nicht mehr waren, ist dem damaligen Bürgermeister
Rothenbacher zu verdanken: Obwohl die Neuhausener SPD noch im Jahre 1932 zwei
große Veranstaltungen in ihrem Heimatort durchführte, berichtete Rothenbacher der
NSDAP-Kreisleitung, dass es in Neuhausen keine Ortsgruppe der SPD gäbe.
Die anderen Vereine der Neuhausener Arbeiterschaft hatten weniger Glück. Hier finden Sie nähere Informationen.
Am 8. Mai 1945 endete das Tausendjährige Reich in einer
Ruinenlandschaft, die sich von England bis nach Japan erstreckte. Millionen Tote sind
diesem Wahnsinn zum Opfer gefallen. Auch 122 Einwohner von Neuhausen/F. waren darunter.
Nach endgültiger Regelung der Besatzungszonen fand sich Neuhausen/F. in der amerikanischen Zone wieder. Ende 1945 durften die Deutschen unter strengen Auflagen wieder Parteien bilden und Kommunalwahlen durchführen. In Neuhausen wurde im Januar 1946 der erste Gemeinderat gewählt und die SPD trat mit einer Liste von sechs Männern an.
Weitere Informationen zur Geschicte der SPD finden Sie auf der entsprechende Seite der Bundes-SPD und der Landespartei.
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